Die Boxen-Flops von Sauber

Verschenkte Sekunden:

Beim Reifenwechsel verlor Sauber 2011 ungewohnt viel Zeit

Bis jetzt gehörten die Boxenstopps von Sauber zur stärksten Waffe. 2011 stürzten die einst stolzen Hinwiler vom Podest – auf den 8. Platz.

Es sind eben nicht nur die 10 verschlampten Punkte von Melbourne (illegaler Heckflügel) oder der fehlende Anblas-Diffusor, die das Schweizer Team dieses Jahr einbremsten. Nein, es sind vor allem auch die Reifenwechsel, die Punkte kosteten. Wie vor elf Tagen in Indien. Teammanager Beat Zehnder gestern in Abu Dhabi zu BLICK: «Wir haben 2011 auch ein Problem mit unseren Fahrern. Zu 80 Prozent stoppen sie an den Boxen nicht am richtigen Ort. Das kostet wertvolle Zeit.»

GP Indien? Zehnder: «Da hielt Pérez gleich um drei Meter zu spät an. Da gingen über drei Sekunden verloren, weil das ganze Team mit dem Material nach vorne musste. Und dadurch verloren wir ausgerechnet im Kampf gegen Sutil im Force India den sicheren 9. Platz.»

Die FIA-Statistik nach 1013 Boxenstopps (25 davon Durchfahrtsstrafen oder Stop-and-Go-Penaltys) ist genau. Red Bull und Mercedes liegen gemeinsam vorne. Vor McLaren, Force India, Ferrari, Renault, Williams und Sauber (gleichauf mit Toro Rosso und Lotus).

Zehnder weiter zum Absturz vom 3. auf den 8. Platz: «Bei der reinen Wechselzeit gehören wir mit 2,8 Sekunden bei den Vorderrädern und 3,4 bei den Hinterreifen weiterhin zur Spitze. Allerdings hatten wir in diesem Jahr schon zwei Plattfüsse und mussten ausserdem fünfmal einen kaputten Frontflügel auswechseln.»

Und noch ein Problem? Zehnder: «Ja, wir arbeiten weiter mit dem Lollipop-Mann vor dem Auto. Das automatische System mit den Sensoren, das am Ende auf Grün schaltet, bringt eine halbe Sekunde. Doch wenn es spukt, wirds verdammt gefährlich. Wie bei Massa einmal in Singapur oder Rosberg in Ungarn.»

10.11.2011