Monisha Kaltenborn: Es gibt sehr viele Kühe

Monisha Kaltenborn bestreitet mit Sauber

ihr erstes Formel-1-Heimrennen in Indien

Für Monisha Kaltenborn bedeutet der Grosse Preis von Indien nicht nur irgendein weiteres Rennen im Kalender der Formel 1, sondern einen waschechten Heimevent. Die gebürtige Inderin reiste deshalb überaus gerne an den neuen Buddh International Circuit vor den Toren Neu Delhis, wo extra für die Königsklasse ein neues Sportgelände errichtet wurde. Im Interview schildert Kaltenborn ihre Eindrücke zum neuen Rennkurs und zur Wahrnehmung der Formel 1 auf dem indischen Subkontinent.

Frage: Monisha, sie sind hier in Indien geboren. In Europa weiss man nicht sehr viel über ihr Heimatland. Was ist für sie das Besondere an Indien?


Monisha Kaltenborn: Es ist meine Heimat. Dadurch ist es schon etwas Besonderes für mich. Ich finde, es ist ein sehr faszinierendes Land. Es ist sehr vielfältig und auch gespickt mit sehr vielen Gegensätzen. Das ist wahrscheinlich auch, was sehr vielen Menschen Mühe macht, das Land näher kennenzulernen, es so zu akzeptieren.

Die Gegensätze sind in der Tat gross. Kühe überqueren hier in Indien schon einmal die Autobahn...

Es gibt sehr viele Kühe - und wie wir jetzt seit der ersten Session auch wissen, sehr viele Hunde. In Indien gibt es sehr viele Tiere, aber auch sehr viele Menschen.

Was würden sie sich für den ersten Grossen Preis von Indien wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass es ein fantastischer Event wird. Der Promoter gab sich mit dieser Strecke wirklich sehr viel Mühe. Die Fahrer sind sehr zufrieden mit den Kombinationen, die sie hier vorfinden. Ich wünsche mir auch, dass dies der Anfangspunkt für den Sport in Indien ist.

Wie gross ist ihrer Meinung nach das Interesse an der Formel 1?

Sehr gross, glaube ich. Mich beeindruckt auch die Berichterstattung der indischen Medien. Sie handeln es nicht nur als irgendeinen Event ab, der jetzt hier ist und dann wieder weiterzieht, sondern sie setzen sich sehr intensiv mit dem Sport- mit Fakten, Statistiken und Regeln - auseinander. Sie wollen es den Menschen über alle Medien hinweg wirklich erklären.

Eine Session liegt schon komplett hinter uns. Was halten denn die Sauber-Fahrer Kamui Kobayashi und Sergio Perez von der Strecke?

Es ist ganz klar: Von der Strecke sind sie begeistert. Der Kurs ist noch sehr schmutzig, doch das war zu erwarten. Es gefällt ihnen sehr gut.