Sauber und das Samstagsproblem

Sergo Perez ortet bei Sauber einmal

mehr Verbesserungspotenzial am Samstag

Zwei Rennen vor Schluss der Saison liegt Sauber in der Konstrukteurs-WM punktgleich mit Toro Rosso auf Rang sieben. Platz sechs (Force India) ist inzwischen zehn Zähler entfernt, nachdem das Schweizer Team diese Position während der ersten Saisonhälfte noch komfortabel inne hatte.

Für Sergio Perez liegt die Ursache für den jüngsten Abwärtstrend speziell im Vergleich zur direkten Konkurrenz auf der Hand. "Unsere Geschwindigkeit im Qualifying ist nicht gut genug. Das ist unser Hauptproblem", so der Mexikaner am Donnerstag in Abu Dhabi. "Bei den vergangenen Rennen waren wir grundsätzlich nicht schnell genug und hatten speziell im Qualifying Mühe, die Reifen auf Temperatur zu bringen." An den Sonntagen sieht die Sache laut Perez anders aus. "Im Rennen sind wir in der Regel besser aufgestellt, aber wenn du einmal so weit hinten stehst, ist es schwierig, den Rückstand wieder aufzuholen." Als Beispiel bringt der Formel-1-Neuling den Grand Prix von Indien am vorletzten Wochenende: "Einen WM-Punkt aus Indien mitzunehmen, war okay, aber wir hatten ein schlechtes Qualifying. Das gesamte Wochenende über hatten wir mit wenig Sprit im Tank Mühe. In diesem Bereich müssen wir uns verbessern."

Für das anstehende Wochenende in Abu Dhabi ist Perez zuversichtlicher als zuletzt. "Die Streckentemperatur sollte hier wesentlich höher sein", vermutet der Mexikaner und sieht damit den Nachteil des Reifenaufwärmens nicht so eklatant ins Gewicht fallen. "Zudem bietet diese Strecke hier mehr Grip als das bei den vergangenen Rennen der Fall war. Ich bin daher zuversichtlich und werde wie immer mein Bestes geben. Wo wir dann letzten Endes landen werden, müssen wir abwarten."

Perez zieht Bilanz


Für Sauber ist der WM-Endspurt im Vergleich zur Spitze, an der die Positionen weitestgehend bezogen sind, immer noch spannend. Im Kampf mit Force India und Toro Rosso geht es innerhalb von zehn Punkten um die Positionen sechs, sieben und acht. Formel-1-Rookie Sergio Perez trägt deshalb eine gewisse Verantwortung. Im bisherigen Saisonverlauf konnte er bereits 14 Punkte einfahren. Damit liegt er in der Fahrerwertung auf Position 16. "Die Saison war soweit in Ordnung. Dem Team stehen jetzt noch zwei wichtige Rennen bevor, bei denen es darum gehen wird, so viele Punkte wie möglich mitzunehmen. Mit meiner persönlichen Saison bin ich sehr zufrieden. Ich glaube, ich habe einen guten Job gemacht", schildert Perez.

Der Einstieg in die Formel 1 hat für den Sauber-Piloten einige Überraschungen bereitgehalten. Der Schritt von der GP2 war ein großer Schritt. Die Formel 1 ist für einen jungen Fahrer eine komplett andere Welt", bilanziert er. "Es gibt viel mehr Politik und auch viel mehr zu tun, aber das ist nun einmal die Königsklasse, in der jeder Fahrer seine Höchstleistung bringen muss." Die Diskussion über die zu harten Strafen möchte Perez nicht nähren. "Manchmal sind die Strafen sicherlich zu hoch, aber unterm Strich ist jede Situation anders", merkt er an. "Als Fahrer versuchst du einfach immer dein Bestes zu geben und so viele Autos zu überholen, wie möglich. Über eine mögliche Strafe mache ich mir im Zuge eines Überholversuchs überhaupt keine Gedanken."

10.11.2011